Flatus vaginalis

Flatus vaginalis kommt aus dem Lateinischen und besteht aus den Wörtern Flatus, welcher Wind bedeutet und Vagina, was die Scheide bezeichnet. Mit Flatus vaginalis beschreibt man den Austritt von Luft aus der Vagina. Das dabei entstehende Geräusch ist dem des Darmwindes sehr ähnlich. Es tritt vor allem beim Geschlechtsverkehr und bei sportlichen Betätigungen, wie Gymnastik, auf. Sofern nicht pathologisch bedingt, ist der Flatus vaginalis allerdings stets geruchlos.

Flatus vaginalisBeim Geschlechtsverkehr ist der Mechanismus hierbei ähnlich wie der einer Pumpe. Wie ein Kolben pumpt der männliche Penis bei jeder Penetration kleine Mengen Luft in die Vagina. Der Scheideneingang übernimmt dann eine Art Ventilfunktion und hält dabei, die sich so in der Vagina gesammelte Luft, zurück. Meist entweichen die, sich während des Geschlechtsaktes angesammelten, Gasmengen erst bei einer Positionsänderung der Frau. Ebenso kann dies auch bei erhöhtem Druck auf den Unterbauch oder dem endgültigen Ausführen des Penis geschehen.

Beim Sport ist der Flatus vaginalis normalerweise durch eine Körperhaltung, bei der sich der Kopf unterhalb der Beckenhöhe befindet, bedingt. Die Schwerkraft zieht dadurch die Baucheingeweide weiter in Richtung Kopf. Das kann in der Vagina die Entstehung eines Unterdrucks zur Folge haben. Auch in diesem Fall entweicht die so eingesaugte Luft erst durch einen Positionswechsel der Frau. Dies kann möglicherweise wieder zu unangenehmen Geräuschen führen.

Eine Möglichkeit zur Vermeidung des Flatus vaginalis ist gezieltes Beckenbodentraining, wodurch Muskulatur und Bindegewebe gestützt werden. Ebenfalls kann eine Körperhaltung, bei der der Oberkörper höher als das Becken positioniert ist, den Flatus vaginalis vermeiden.

Der Flatus vaginalis kann jedoch auch krankheitsbedingte Ursachen haben. Dazu zählen zum Beispiel rectovaginale Fisteln, die durch Kindesgeburt, Operationen oder Krankheiten wie Morbus Crohn entstehen. Für so eine Art Flatus vaginalis ist der Geruch, ähnlich wie bei Darmwinden und der mögliche Mitaustritt von Exkrementen, kennzeichnend.

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