Hornzipfelchen

„Hornzipfel“ oder „Hornzipfelchen“ werden in der Fachsprache mit „Hirsuties papillaris penis“ oder ganz exakt als „Hirsuties papillaris coronae glandis“ bezeichnet.
Weitere Synonyme dafür sind „ Papillomata coronae glandis“ und „Papillae coronae glandis“.

„Hornzipfelchen“ sind eine Reihe weißlicher, rötlicher oder hautfarbener Papillen. Sie kommen am Eichelrand bis hin zum Vorhautbändchen des Penis vor.

Bei den „Hornzipfelchen“ handelt es sich jedoch nicht um Warzen oder eine Fehlbildung wie vielfach angenommen. Ebenso wenig sind sie eine übertragbare Erkrankung oder Symptome einer anderen Krankheit. „Hornzipfelchen“ sind auch kein Zustand, der durch mangelnde Hygiene bedingt ist.
Bei den „Hornzipfelchen“ handelt es sich vielmehr um einen harmlosen sogenannten „Atavismus“, also ein anatomisches Merkmal. Dieser ist allenfalls vererbbar, aber nicht ansteckend.

Bei beschnittenen Männern kommen die „Hornzipfelchen“ allerdings seltener vor. Bisher ist der genaue Grund für den Unterschied in der Auftretenshäufigkeit jedoch nicht geklärt.

Eine Verwechslung mit den harmlosen „Fordyce-Drüsen“, womit man bestimmte Talgdrüsen oder Talzysten bezeichnet, oder den ansteckenden „Feigwarzen“ ist aufgrund des typischen Erscheinungsbildes kaum möglich.
Im Zweifelsfall sollte man jedoch einen Hautarzt zu Rate ziehen.

Eine medizinische Notwendigkeit für die Entfernung der „Hornzipfelchen“ ist allerdings nicht gegeben. Dementsprechend werden auch die Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen.
Der Patient kann meist mit dem Verweis auf die Harmlosigkeit sowie dem Vergleich genoppter Kondome und deren Einsatz zur Luststeigerung, durch die damit mögliche vermehrte Reibung, endgültig beruhigt werden.

Eine Entfernung der „Hornzipfelchen“ kann nur ein Hautarzt oder plastischer Chirurg per Laserbehandlung in Lokalanästhesie durchführen.
Die vorangehende Aufklärung muss dabei die mögliche ungewollte und dann wirklich störende Narbenbildung beinhalten.

Sehr selten kommen ähnliche Veränderungen als „Hirsuties papillaris vulvae“ auch im Bereich der weiblichen Vulva vor.

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