Metakonsens

Metakonsens„Metakonsens“ nennt man umstrittene erotische Rollenspiele innerhalb der „BDSM“-Szene. Die Spiele bewegen sich dabei im Grenzbereich zwischen einvernehmlichen und nicht einvernehmlichen Handlungen.
Seltener bezeichnet man den „Metakonsens“ aber auch als „CNC“, welches die Abkürzung von „consensual non-consent“ ist. Damit wiederum beschreibt man die einvernehmliche Nichteinvernehmlichkeit.

Bei einem solchen Szenario erhält der aktive Partner, also der „Top“, vom passiven Partner, „Bottom“ genannt, im Vorfeld die Erlaubnis, nach seinem Gutdünken über die Grenzen des Rollenspiels beziehungsweise der sogenannten Session zu entscheiden.
Bei den üblicherweise anerkannten Prinzipien des sicheren, risikobewussten und einvernehmlichen Handelns (RACK, SSC) kann der „Bottom“ jederzeit, durch Verwenden eines vereinbarten Signals, das Spiel beenden. Dieses Signal bezeichnet man als sogenanntes „Safeword“. Im Gegensatz dazu, verzichtet der passive Partner hier jedoch freiwillig auf diese Möglichkeit. Dies geschieht allerdings im Bewusstsein, dass er anschließend keinerlei Kontrolle mehr über die Situation besitzt. Unter diesen Umständen kann die „Session“ dann allerdings sehr unangenehm bis hin zu gefährlich werden.

In diesem Zusammenhang sind die sogenannten Tunnelspiele typische Praktiken. Sobald man einmal mit ihnen begonnen hat, kann man sie auch nicht vor Ablauf einer bestimmten Frist beenden. Verglichen werden solche Spiele häufig mit einem Tunnel, aus dem es keine Ausfahrten gibt.
Beispiele hierfür sind Einreibungen mit reizenden und wärmenden Salben oder Figging.
Ein häufiger vorkommendes Szenario des „Metakonsens“ sind Bestrafungen aus dem Bereich der Erziehungsspiele.
Um dem „Bottom“ gewisse Verhaltensweisen anzuerziehen, wählt der „Top“ durchaus Strafen, die für den „Bottom“ unangenehm oder gar schmerzhaft sind. Auf diese Weise will man dem „Bottom“ seine Verfehlungen bewusst machen. Meist kann man diese Strafen dann nicht mehr durch ein „Safeword“ unterbrechen.

Unter „BDSM“-lern ist der „Metakonsens allerdings umstritten.
Befürworter betonen, dass der „Bottom“ sich bewusst auf ein solches Szenario einlässt. Zudem würde er sich nur innerhalb einer gefestigten Beziehung auf solche Spiele einlassen. Bei einem erfahrenen „Top“ beziehungsweise dem Partner, besteht deshalb kein Interesse, dem „Bottom“ dauerhaft zu schaden. Beim Auftreten einer realen Gefahr würde dieser das Spiel daher abbrechen.
Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass der „Bottom“ bei solchen Spielen ein reales und möglicherweise nicht einvernehmliches Erlebnis hat. Deswegen ist nicht klar, ob und zu welchen psychischen Schäden diese Spiele führen könnten. In der kritischen Argumentation führen Extremsituationen und Notfälle innerhalb metakonsensueller Rollenspiele häufiger zu schweren psychologischen Ausnahmesituationen, welche man auch als Absturz deklariert.

Der „Metakonsens“ lässt sich allerdings über den sexuellen Bereich hinaus auch auf die gesamte Partnerschaft ausdehnen.

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