Peniskäfig

Den Peniskäfig kennt man auch unter der Bezeichnung Keuschheitsschelle.
Dieses sind Spielzeuge zur Fesselung oder zum Teilentzug der Selbstkontrolle über das männliche genitale Geschlechtsorgan.

Häufig setzt man sie im BDSM-Bereich ein. Durch den „Käfig“ oder die „Schelle“ wird im Rahmen erotischer Rollenspiele die Erektion, Masturbation und teils auch der Orgasmus verhindert.

Die Penisschelle besteht aus einem Rohrabschnitt. Dieser wird meist aus Edelstahl oder Plastik gefertigt. Die „Schelle“ zieht man über den Penis. Dort wird sie dann fixiert. Mit einem kleinen Schloss wird sie so gesichert, dass sie ohne Schlüssel nicht wieder entfernt werden kann.
Dem Träger des Peniskäfigs soll somit der Zugriff auf sein Geschlechtsteil und dadurch die Möglichkeit zur Erektion genommen werden. Auf diese Weise sollen alle geschlechtlichen Handlungen vom sogenannten Keyholder kontrollierbar sein. Als Keyholder oder auch Schlüsselhalter bezeichnet man den Partner, der den Schlüssel besitzt.
Aus Sicherheitsaspekten werden auch teilweise nummerierte Einmal-Schlösser aus Kunststoff verwendet. Diese erlauben eine sofortige Befreiung. Beispielsweise zur Befreiung aus dem Käfig nach einem Unfall.

Ein weiteres Modell ist das sogenannte „Hell´s Gates“. Dieses baut allerdings auf einer anderen Funktionsweise auf. Anstelle eines Rohrabschnitts verfügen solche „Sex-Spielzeuge“ über, meistens sieben, Ringe. Die Ringe werden jedoch zur Penis-Spitze hin enger. Den Orgasmus selbst kann man hierbei allerdings nicht verhindern. Durch die zunehmende Enge wird die Erektion allerdings schmerzhaft.

Darüber hinaus gibt es aber auch Modelle aus Latex und Leder. Diese legt man aber eher nur für kurze Zeit an.

Der klassische Keuschheitsgürtel erfüllt dabei denselben Zweck wie eine „Schelle“.

Die Dauer eines solchen Spiels hängt vom gegenseitigen Einvernehmen der Partner ab.
Prinzipiell erfolgt es den im BDSM grundlegenden Vorstellungen von gesundem, sicherem und einvernehmlichem Handeln.
Die männliche Keuschhaltung gehört zu den klassischen Spielarten des Femdom, wird aber auch in homosexuellen Beziehungen verwendet.
Die Grenzen zum „Cuckolding“ sind fließend. „Cuckolding“ ist eine Form der Keuschhaltung, bei der der Partner auch andere Sexualpartner hat.
Im Extremfall liegt eine sogenannte „Never-inside-Beziehung“ vor. Hierbei schließt man den Geschlechtsverkehr innerhalb der Beziehung aus.
Ein wichtiges Element des Spiels ist das „Tease and Denial“, das „Erregen und Verweigern“. Hierbei können Geräte zur Keuschhaltung eingesetzt werden, um das Gefälle zwischen dem dominanten und dem devoten Partner deutlich und körperlich erfahrbar zu machen.
Den dominanten, also aktiven Partner bezeichnet man dabei auch als „Top“.
Den devoten und somit passiven Partner nennt man „Bottom“.
Bei diesem Spiel kann die Verweigerung des Orgasmus über die Dauer eines Rollenspiels von einigen Stunden, aber auch über mehrere Wochen andauern. Durch Provokation einer nicht lustvollen Ejakulation durch Prostatamassage kann man eine zusätzliche Demütigung erzeugen. In der sadomasochistischen Szene bezeichnet man dies meist als „Melken“.

Ein Problem solcher Spiele stellt allerdings die Hygiene dar. Bei der täglichen Körperreinigung sollte der Käfig vom Penis entfernt und auch selbst gereinigt werden.
Die Scham sollte allerdings beim Tragen einer Keuschheitsschelle rasiert sein. „Bauaurtbedingt“ läßt sich das Einklemmen von Haaren nämlich ansonsten nicht vermeiden.
Unabhängig davon kann längeres Tragen auch zu Infektionen und Wundreiben führen.

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