Priapismus

Mit dem Begriff Priapismus wird in der Medizin eine schmerzhafte Dauererektion des männlichen Penis bezeichnet. Dabei sind beide Penisschwellkörper aufgrund eines Blutstaus steif, die Eichel jedoch nicht. Anders als bei einer normalen Erektion sind damit jedoch keine Gefühle sexueller Erregung verbunden. Ohne eine adäquate Behandlung geht eine solche Versteifung erst nach ein bis zwei Wochen wieder vorüber. Oftmals sind die Schwellkörper danach so stark geschädigt, dass sie ihrer eigentlichen Funktion beraubt sind. Unter Umständen wird die Fähigkeit zu einer Erektion dauerhaft gestört.

Priapismus kann in Form von zwei verschiedenen Typen auftreten, dem Low-Flow -Typ einerseits und dem so genannten High Flow Typ andererseits.
Der Low-Flow-Typ ist in 90 % der Fälle für den Priapismus verantwortlich, wobei das venöse Blut nicht mehr aus den Schwellkörpern abfließt. Diese Form ist die gefährlichere von beiden, da bereits nach kurzer Zeit das Muskelgewebe durch die mangelnde Sauerstoffversorgung irreparabel geschädigt werden kann. Vom High-Flow-Typ sind lediglich 10% aller Patienten betroffen. Hier kommt es zu einem unkontrollierten Zufluss arteriellem Blutes.
Eine solche krankhafte Störung liegt dann vor, wenn die Erektion länger als zwei Stunden anhält. Sie kann unbehandelt zu einer erektilen Dysfunktion führen.

Die Bezeichnung dieser Störung geht auf den Gott Priapos zurück. Als Sohn der Aphrodite und des Dionysos wurde der Fruchtbarkeitsgott in Bildern meistens mit einem übergroßen erigierten Penis dargestellt.

Die Ursachen einer solchen Störung können nur in der Hälfte der Fälle von auftretendem Priapismus zuverlässig ermittelt werden. Bisher werden verschiedenste Gründe für diese krankhafte Erektion angeführt, so können Bluterkrankungen, wie Leukämie, oder die Einnahme von Psychopharmaka sowie der Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten dafür verantwortlich sein. Daneben können aber auch Tumore, Gerinnungsstörungen und Thrombosen ursächlich für derlei Störungen sein. Schädigungen des Nervensystems oder verschiedene Stoffwechselerkrankungen zählen ebenfalls dazu.

Die Behandlung einer solchen Störung sollte spätestens zwölf Stunden nach dem Auftreten einsetzen. Bei rechtzeitiger Behandlung, die am besten innerhalb von vier bis sechs Stunden erfolgen sollte, können 90% der Fälle allerdings geheilt werden.
Die Behandlung selbst erfolgt in mehreren Stufen, zuerst wird möglichst viel Blut aus den Schwellkörpern entfernt. Sollte diese Maßnahme jedoch nicht zum gewünschten Erfolg führen, werden Substanzen in die Schwellkörper gespritzt oder sie werden damit gespült. Diese Medikamente wirken sich dann auf die Blutgefäße aus und sorgen für das Abfließen des angestauten Bluts. Ansonsten sind auch operative Methoden anwendbar. Neben den möglichen Nebenwirkungen einer Vollnarkose, können dabei allergische Reaktionen, ein dauerhaft erhöhter Blutdruck oder eine Verkrümmung des Penis hervor rufen. Außerdem führen Mediziner immer eine entsprechende Schmerztherapie durch. Häufig tritt diese Störung nach der Behandlung wiederholt auf und muss dann erneut behandelt werden. Um das zu verhindern, ist eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und die Überprüfung eingenommener Medikamente empfehlenswert. Auf Geschlechtsverkehr sollten Männer nach einem Priapismus eine Weile verzichten.

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