Sexsomnia

„Sexsomnia“ ist die Bezeichnung für eine seltene Schlafstörung.
Wie auch „Somnambulismus“, also Schlafwandeln, gehört „Sexsomnia“ zum Bereich der „Parasomnien“. Als „Parasomnie“ bezeichnet man widerum die Gruppe der nichtorganischen Schlafstörungen.
Solche Störungen sind ein Zustand, in dem Betroffene scheinbar wach sind und sexuelle Handlungen wie Masturbation oder bei Anwesenheit einer weiteren Person auch den Geschlechtsverkehr vollziehen.
Allerdings kommen sie hierbei aus dem Non-REM-Schlaf nicht zu Bewußtsein. Auch nach dem Aufwachen können sie sich oft nicht mehr an ihre Handlungen erinnern.

Bei Abwesenheit einer weiteren Person ist die Schlafstörung „Sexsomnia“ in der Regel harmlos. In manchen Fällen kann sie aber auch zu eigenen Verletzungen führen.
Bei nächtlicher Anwesenheit anderer Personen kann diese Störung jedoch beide Seiten ungewollt mehr oder minder gravierend in Mittleidenschaft ziehen, da das Bewusstsein des „Sexsomnia“-Betroffenen eingeschränkt ist. Eine Orientierung ist deshalb äußerst mangelhaft.
Dahingehend ist auch die Abgrenzung von „Sexsomnia“ zur absichtlichen Vergewaltigung etwas problematisch, weil es eben vom „Sexsomnia“ Betroffenen gegenüber der oder den anderen Personen auch durchaus zu gewaltsamen Handlungen kommen kann. Hinzu kommt, dass über den dabei tatsächlich vorhandenen Bewusstseinsgrad der betroffenen Person eine eindeutige Aufklärung im Nachhinein schwierig ist.
Aus dem selben Grund sind auch Forschungen über „Sexsomnia“ schwierig. Oft haben die Patienten Angst, über ihre Krankheit zu sprechen. Schließlich könnte man ihnen nicht glauben, dass diese Übergriffe ihrerseits nicht steuerbar sind.

Der Schlafforscher Carlos Schenck nannte in einer Analyse der bisherigen Veröffentlichungen im Fachmagazin „Sleep“ typische Verhaltensmuster von „Sexsomnia“-Betroffenen.
So können die Betroffenen durchaus erotische Sprache verwenden oder auch masturbieren sowie den Partner zum mehr oder weniger erzwungenen Geschlechtsverkehr bringen.
In der Phase zwischen Schlaf und Aufwachen zeigen manche in diesem Zustand sexuelles Verhalten. Andere zeigen widerum Symptome von Schlafanfällen oder gegenteilig langer Schlaflosigkeit.
Diese Störung tritt allerdings noch häufiger bei Menschen mit „Narkolepsie“, dem Restless-Legs-Syndrom oder bei Personen mit nächtlichen Erektionen auf. „Narkolepsie“ ist der Fachbegriff für Schlafdrang.
Beobachtungen zeigen dabei auf, dass ein Drittel der Betroffenen weiblich ist.

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