Sexualhygiene

Die Sexualhygiene beschäftigt sich mit allen gesundheitlichen Seiten des Geschlechtslebens. Hierzu gehören die Geschlechtsorganhygiene bei Frauen wie Männern, die Aufklärung über die unterschiedlichen Geschlechtskrankheiten und deren Vorbeugung beziehungsweise Behandlung, sowie ferner die Kenntnis über die verschiedenen Verhütungsmethoden.

Obwohl die Sexualhygiene im Grunde völlig normal sein sollte, entwickelte sich in den westlichen Ländern diesbezüglich erst um 1920 eine Art Aufklärung. Die durch mangelnde Hygiene weit verbreiteten und meldepflichtigen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Gonorrhoe oder Ulcus molle gehörten fast zum Alltag. Genauso nahmen bis Anfang des 20. Jahrhunderts die, auch sexuell übertragbaren, Infektionskrankheiten zu, die zum Beispiel durch Vieren, Bakterien oder Pilze verursacht werden. Die medizinisch-hygienische Entwicklung und die daraus resultierende Aufklärungsarbeit konnten auf dem Gebiet der Sexualhygiene einige Erfolge verbuchen, die Geschlechtskrankheiten zum Beispiel galten lange Zeit als ausgerottet und die Infektionen nahmen ab.

Die Sexualhygiene oder Intimpflege ist bei Männern und Frauen im Prinzip ähnlich. Der Mann sollte seinen Penis mindestens einmal am Tag mit lauwarmen Wasser waschen. Gerade im Bereich der Vorhaut kommt es häufig zu Rückständen, die auf den ersten Blick gar nicht sichtbar sein müssen. Bei ungenügender Sexualhygiene kann es sehr schnell zu sichtbaren Ablagerungen, dem Smegma (bestehend aus abgestorbenen Hautzellen, Talgdrüsensekret, Urin- und Spermarückständen) kommen. Es bietet einen hervorragenden Brutplatz für Bakterienkulturen und kann folglich zu ernsthaften Erkrankungen führen. Das anziehen frischer Unterwäsche sollte ebenfalls zur täglichen Sexualhygiene gehören. Beim Stuhlgang ist darauf zu achten in Richtung After zu wischen und gegebenenfalls ein Bidet zur anschließenden Reinigung zu benutzen. Dies verringert das Risiko das Darmbakterien in die Harnröhre gelangen, welches durch die anatomisch nahe Anordnung beider Ausscheidungsorgane durchaus passieren kann.

Besonders Frauen sollte beim Toilettengang immer von vorn nach hinten wischen. Durch die kurze Harnröhre sind sie, im Vergleich zu Männern, 40 mal häufiger gefährdet sich eine Infektion durch Darmbakterien, wie zum Beispiel E.coli zu zuziehen. Auch hier hilft die tägliche lauwarme Reinigung des Genitalbereichs und das wechseln der Unterwäsche, ernsthaften Erkrankungen vorzubeugen. Beim waschen sollte die Frau besonders auf die Hautfalten zwischen den großen und kleinen Schamlippen sowie die Klitoris achten, hier kann sich wie beim Mann Smegma ablagern und im schlimmsten Fall zu chronischen Erkrankungen führen.

Beim Geschlechtsverkehr kommt es oft zu Darmbakterienbedingten Infektionen. Mann wie Frau können zusätzlich zur Sexualhygiene versuchen durch Blasenentleerung, vor und nach dem Geschlechtsakt, für zusätzlichen Schutz vor Infektionen zu sorgen. Neben Urin werden so nämlich auch eventuelle Bakterien aus der Harnröhre geschwemmt. Zudem sollte beim Wechsel zwischen analem und vaginalem Verkehr besonders auf Hygiene geachtet werden (gegebenenfalls Kondom wechseln, Penis gründlich säubern) da es sonst zu Entzündungen der Scheide kommen kann.

Bei der Sexualhygiene kommt es weniger auf teure Pflegeprodukte als vielmehr auf die Regelmäßigkeit an, wobei man es auch hier nicht übertreiben sollte. Man muss bedenken das die Geschlechtsregionen besonders empfindlich sind und auch durch übertriebene Hygiene stärker zu Infektionen neigen können, da der natürliche Säureschutzmantel seine Funktion verliert. Kondome schützen nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften sondern auch vor den meisten Infektionen. Bei einer ernsthaften Erkrankung sollte man allerdings zuvor seinen Arzt befragen bevor man den Partner ungewollt ansteckt.

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