Strappado

„Strappado“ kommt vom italienischen „strappare“ und bedeutet „reißen“ oder „fest ziehen“.

„Strappado“ ist sowohl als eine Praktik aus dem Bereich BDSM wie auch als eine leicht anzuwendende Foltermethode bekannt. Diese war vor allem im Mittelalter weit verbreitet.
Im BDSM-Bereich ist „Strappado“ auch unter dem Begriff „Pendel“ bekannt. In diesem Zusammenhang bezeichnet man „Strappado“ auch als „Hofknicks“.

Im Mittelalter wurden dem Opfer dabei die Handgelenke hinter dem Rücken gefesselt. Man befestigte Rollen, Balken oder Haken an der Decke. Über diese zog man dann das an einem Seil befestigte Opfer nach oben, bis es nur noch an seinen Armen hing.
Diese Foltermethode ist sehr schmerzhaft. Meist führte es zu einer Luxation, des Schultergelenks. Als Luxation bezeichnet man eine Verrenkung.
Zur Zeit des Nationalsozialismus war diese Praktik in deutschen Konzentrationslägern weit verbreitet. Bekannt war sie hier unter dem Namen „Pfahlhängen“.

In einer anderen Variante des „Strappado“ fesselte man dem Opfer die Hände vor dem Körper. Wieder zog man dann das Opfer an den Handgelenken nach oben. Zusätzlich befestigte man aber schwere Gewichte an den Fußgelenken. Dadurch konnte es nicht nur zur Schädigung des Schulterbereiches, sondern auch der Hüften und Beine kommen.

Im „Malleus Maleficarum“ wird beschrieben, in welcher Reihenfolge man die verschiedenen Folterinstrumente benutzte, um von der entsprechenden Person ein Geständnis zu erzwingen.
Dabei wandte man das „Strappado“ hier eher bei schweren Vergehen an.

Die „Strappado“-Technik im BDSM-Bereich ist ähnlich wie die im Mittelalter. BDSM-Experten oder geschulten BDSM-lern dient sie heute als reizvolle Fesselmethode für den unterwürfigen Part des Liebesspiels.
Dem „Bottom“ werden hier auf vergleichbare Weise wie in der beschriebenen Foltermethode die Hände hinter dem Rücken gefesselt. Die Arme werden aber nur soweit hochgezogen, dass der gewünschte Immobilisierungs- und Schmerzeffekt eintritt, jedoch ohne gesundheitliche Schäden zu hinterlassen. Natürlich sind leichte Schmerzen erwünscht. Daher muss man den devoten Part allerdings mit viel Feingefühl fesseln. Aufgrund dessen ist die kunstvolle Fesselung für Anfänger deshalb nur bedingt geeignet und sollte am besten unter szenenkundiger Anleitung erlernt werden.
Anders als beim mittleralterlichen Modell bleiben beim BDSM im Allgemeinen die Füße des Opfers auf dem Boden. Mitunter fixiert man die Beine aber zusätzlich durch eine Spreizstange.
Teilweise werden die Bottoms auch geknebelt.
Durch das Tragen von „High Heels“ wird der „Strappado“ für den Bottom noch unbequemer. Als „High Heels“ bezeichnet man Schuhe mit hohen Absätzen. Hier besteht jedoch der zusätzliche Kick darin, dass der Körper sich noch besser ausbalancieren muss.

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